Die Geschichte des löwen

Quelle: Buch "Steinenbronn- Vergangenheit und Gegenwart einer Schönbuchgemeinde" aus dem Jahr 1979

Erster Löwenwirt war der Bäcker, Stiftungspfleger und Gemeinderat Michael Gottlob Beck, geb. 30.12.1804 als Sohn des Kameralpflegers Thomas Beck. Löwenwirt Beck war seit 24.2.1829 mit Catharina von Au, Tochter des Joh. Georg von Au, Müller auf der Seebruckenmühle, verheiratet. Die Gastwirtschaft besaß er schon vor 1842. Dies geht aus einem Baugesuch des Untergangsprotokolls hervor. Der Löwenwirt ließ nämlich 1842 den Backofen aus seinem Wohnhaus entfernen und gewann dadurch eine Speise- und Schlafkammer. Da für die Ausübung seines Bäckergewerbes ein Backofen unumgänglich notwendig war, ließ er diesen auf dem von Jakob Schienle, Schuster, erkauften Bauplatz, der sich an sein Wohnhaus anschloss und an der Ecke Kirchgasse-Schafgasse lag, erbauen. Ein in der Nähe des alten Rathauses die zweistöckige Wirtschaft zum Löwen, mit zwei Anbauten und einem Zwerchhaus auf der vorderen Seite, in gemischter Bauart ausgeführt.

Das Haus beherbergte 4 heizbare Zimmer, 2 unbeheizte Zimmer, 2 gewöhnliche Kammern, 1 Küche, 1 Backofen, 1 Backküche und 1 gewölbten Keller. In der Scheuer befanden sich 2 Stallungen, 1 Tenne und 1 Barn. Löwenwirt Michael Gottlob Beck starb am 9.2.1875. Sein Sohn Johannes Beck (1844-1905) war auch Bäcker von Beruf. Er heiratete 1872 Anna Enderle (1845-1917) aus Laichingen und hatte die Gastwirtschaft von 1874 bis 1889 inne. Durch einen neuen Anbau, den er 1880 errichten ließ, gewann er zusätzlich Wohnraum. Die Gastwirtschaft verfügte nun über 4 beheizbare Zimmer, 8 unbeheizte Zimmer, 2 Kammern und 2 Speisekammern. Löwenwirt und Gemeinderat Johannes Beck war ein vermögender Mann. An der Stuttgarterstrasse erstellte er 1897 ein neues Wohnhaus mit Scheuer. Sein Gebäudenachbar war der Forstwart Alois Reiter. Zudem besaß er noch ein weiteres Wohnhaus mit Scheuer, dessen jetziger Besitzer Alber Jäger ist.

 

Den Löwen kaufte um 1890 Johann Georg Brucklacher, Metzger, aus Wannweil. Ihm gehörte der Gasthof bis 1903. Brucklacher ließ 1897 in das Wirtschaftsgebäude eine Wurstküche und einen Verkaufsladen einbauen. Zu diesem Zeitpunkt besaß der Gasthof drei Wirtschaftsräume.

Nächster Löwenwirt war Johannes Wandel (geb. 1873) Metzger, aus Reicheneck. Er war mit Louise geb. Böpple aus Steinenbronn verheiratet. In der Böblingerstrasse ließ er 1911 ein einstöckiges Wohnhaus mit Scheuer und einer hinteren Veranda erbauen. Der Löwen gehörte der Familie Wandel von 1903 bis 1912. Dann ging die Gastwirtschaft über in den Besitz von Friedrich Necker aus Waldenbuch (geb. 1885), der mit Friederike Haisch verheiratet war und 1917 das Bürgerrecht in Steinenbronn erworben hatte. Auch Familie Necker betrieb, wie ihre Vorgänger Wandel und Brucklacher, nebenher eine Metzgerei. Da in der Gastwirtschaft mehrere Zimmer zum Übernachten vorhanden waren, kehrten oft Reisende ein, vor allem Vieh- und Textilhändler sowie Zöllner, d.h. Steuerbeamte in grünen Uniformen. Die Zöllner versahen damals ihren Dienst noch zu Fuß. Auf ihrem Rundgang von Stuttgart bis Waldenbuch und zurück kontrollierten sie u.a. die Metzger und die Bierbrauer.

Löwenwirt Fritz Necker ließ 1958 neben dem alten Gebäude des Löwen einen neuen Gasthof mit Fremdenzimmern errichten. Bei den Bauarbeiten wurde damals der alte Jakobsbrunnen zugemauert.

 

Den neuen Löwen übernahm Fritz Neckers Sohn Herbert mit seiner Frau Adelinde geb. Geipel. Nach einigen Jahren wurde die Gastwirtschaft verpachtet. Familie Erich Weinholzner kaufte schließlich 1970 das neue und das alte Gastwirtschaftsgebäude. Seit 1973 ist diese Familie auch im Besitze der Metzgerei, die bis dahin Alfons Graf aus Mühlen am Neckar gepachtet hatte. Das Gebäude des alten Löwen ist gegenwärtig als Wohnhaus an einige Familien vermietet.


 

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